Zweckbestimmungen der Adolf Stehelin'schen Familienstiftung

Die folgenden Textabschnitte sind Auszüge aus den relevanten Stiftungsurkunden:

 

Testament

4. Als Hauptverfügung bestimme ich meine eventuellen Guthaben … zur Gründung eines Unterstützungsfonds zu Gunsten der Nachkommenschaft meiner drei Brüder Balthasar, Carl und Eduard Stehelin, …. Solang von dieser Nachkommenschaft keine Unterstützungen in Anspruch genommen werden, sind die verbleibenden Zinsen zum Kapital zu schlagen, und vorkommenden Falls dürfen die auf Gutachten eines zu errichtenden Familienausschusses …  zu gewährenden Unterstützungen … den jährlichen Netto-Zinsertrag nicht übersteigen. Überhaupt hat dieser Ausschuss allein über sämmtliche Ansprüche zu statuiren, oder aus freier Hand, selbst ohne Ansprüche, gut angewandte Unterstützungen an Mitglieder erwähnter Nachkommenschaft zu gestatten.
(Auszug aus den letztwilligen Verfügungen des Herrn Adolf Stehelin, § 117,7 vom 26. Februar 1894)

 

Viertes Codizill

In der … Vereinbarung mit der Verwaltung der Staehelin'schen Stiftung, das heisst des Staehelin'schen Armenfonds, und laut einer gegenseitig genehmigten Übereinkunft mit dessen Verwaltungs-Kommission in Basel sind in Betracht meiner Stiftung als unterstützungsberechtigt nur die bezeichneten Nachkommen meiner drei Brüder Balthasar, Carl und Eduard zu betrachten: Ausnahmsweise auch diejenigen, welche nicht den Namen Stehelin tragen, und an welche obige Verwaltungs-Kommission befugt, aber nicht verpflichtet ist, von sich aus Unterstützungen zu gewähren, welche mir jedenfalls höchst wünschenswert sind. Ausserdem wäre es mein Wunsch, dass von den disponiblen Netto-Erträgen meiner Stiftung, auch in Ermangelung absoluter Notfälle gelegentlich zu Gunsten derjenigen Nachkommen meiner drei Brüder, deren Existenzmittel, in Betracht einer zu verbessernden Lage unzureichend sind, verwendet würden. ….
(Auszug aus dem vierten Codizill vom 5. Januar 1898 zum Testament von Adolf Stehelin vom 26. Februar 1894)

 

Übereinkunft zwischen Herrn Adolf Stehelin in Freiburg i./B. und der Verwaltungs-Kommission des Staehelin'schen Armenfonds in Basel.

Da aus den Erträgnissen die bedürftigen Nachkommen der vorgenannten drei Brüder des Herrn Adolf Stehelin sollen unterstützt werden, so wird hiemit festgesetzt, dass unter unterstützungsberechtigten Nachkommen sollen verstanden sein:

  1. Sämtliche directen männlichen Nachkommen der obgenannten Herren Balthasar, Carl und Eduard Stehelin, welche den Namen Stehelin oder Stähelin tragen.
  2. Die Töchter dieser Nachkommen, es seien dieselben ledig, verheiratet oder verwittwet.
  3. Die Wittwen dieser directen, männlichen Nachkommen so lange sie den Namen Stehelin oder Stähelin tragen.

Gegenüber sämtlichen weiteren, oben nicht aufgeführten Nachkommen besteht keinerlei Unterstützungspflicht und können von solchen keinerlei Ansprüche auf Unterstützung aus dem Stifungsfonds gestellt werden. Die Verwaltungs-Kommission ist dagegen befugt, aber nicht verpflichtet, von sich aus Unterstützungen auch an solche Nachkommen zu gewähren, wenn sie von deren Zweckmässigkeit überzeugt ist.
(Auszug aus der Übereinkunft zwischen Herrn Adolf Stehelin in Freiburg i./B. und der Verwaltungs-Kommission des Staehelin'schen Armenfonds in Basel vom 8. Februar 1898)