Statuten des Stähelin'schen Familienfonds

vom 14. November 1906,
revidiert am 11. Januar 1991, am 22. November 1996 und am 25. April 2012.

I. Allgemeine Bestimmungen

§ 1.

Unter dem Namen "Stähelin'scher Familienfonds" (St.F.F.) besteht in Basel eine selbständige Stiftung, beruhend auf den Stiftungsurkunden des Herrn Balthasar Stähelin-Ryhiner vom 17. Februar 1739 und des Herrn Benedict Stähelin-Sarasin vom 11. Januar 1773.

§ 2.

Das Kapitalvermögen der Stiftung besteht aus den ihr von den Stiftern zugewendeten Fonds, sowie aus den durch Äufnung, Zuwendungen unter Lebenden oder von Todes wegen seither hinzugekommenen oder künftig hinzukommenden Beträgen.
Dem St.F.F. können weitere, unselbständige Stiftungen angegliedert werden.

§ 3.

Der Zweck der Stiftung ist die Zuwendung von Unterstützungen nach Massgabe der Stiftungsurkunden und Statuten.

§ 4.

Die Organe der Stiftung sind:
a) Die Versammlung der Deszendenten
b) Der Vorstand (Verwaltungskommission)
c) Die Vorsteherin/der Vorsteher
d) Die Revisionsstelle

II. Die Versammlung der Deszendenten

§ 5.

Berechtigt zur Teilnahme an der Versammlung mit Sitz und Stimme sind alle volljährigen Nachkommen des Balthasar Stähelin-Ryhiner, die kraft dieser Abstammung den Namen Stähelin, Staehelin oder Stehelin tragen, oder als Ledige getragen haben; Vorsitz führt die Vorsteherin/der Vorsteher; ein vom Vorstand bezeichnetes Vorstandsmitglied führt über jede Sitzung ein Protokoll.

§ 6.

Eine ordentliche Versammlung findet alle drei Jahre, eine ausserordentliche jedesmal dann statt, wenn der Vor­stand sie einberuft oder wenn fünf zur Teilnahme berechtigte Deszendenten beim Vorstand unter Angabe der Gründe das schriftliche Begehren um Einberu­fung stellen.
Zu jeder Versammlung werden von der Vorsteherin/vom Vorsteher die in der Region Basel wohnenden teilnahmeberechtigten Deszendenten und von den auswärtigen diejenigen  eingeladen, die es wünschen.

§ 7.

Der Versammlung liegt namentlich ob:
a) Entgegennahme und Genehmigung eines in der ordentlichen Versammlung zu erstattenden Berichts über Verwaltung, Be­stand und Verwendung des Stiftungsvermögens, und bezügliche Beschlussfassung.
b) Kenntnisnahme des Revisionsstellenberichts
c) Wahl des Vorstandes, der Vorsteherin/des Vorstehers und der Revisionsstelle.
d) Beschlüsse betr. allfällige dem St.F.F. angegliederte unselbständige Stiftungen.
e) Revision der Statuten.

§ 8.

Die Versammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit, die/der Vorsitzende stimmt mit und entscheidet bei Stimmengleichheit.
Zur Wahl der Vorsteherin/des Vorstehers, zu Verfügungen gemäss § 18 und zur Revision der Statuten ist 2/3 Mehrheit erforderlich.

III. Der Vorstand

§ 9.

Der Vorstand besteht aus der Vorsteherin als Vorsitzenden/dem Vorsteher als Vorsitzendem und mindestens sechs wei­teren Mitgliedern, die von der Deszendentenversammlung aus den teilnahmebe­rechtigten Deszendenten auf drei Jahre gewählt werden; bisherige Mitglieder sind wieder wählbar. Mitglieder, die während einer Amts­periode ausscheiden, können bis zum Ablaufe ihrer Amtsdauer vom Vorstand durch Kooptation ersetzt werden. Ein vom Vorstand bezeichnetes Mitglied führt über jede Sitzung ein Protokoll.

§ 10.

Die ordentlichen Sitzungen des Vorstandes finden zweimal jährlich statt; ausserordentliche können von der Vorsteherin/vom Vorsteher einberufen werden.

§ 11.

Dem Vorstand liegt ob:
a) Verwendung des Stiftungsvermögens nach Massgabe der §§ 17 ff. dieser Statuten.
b) Prüfung und Genehmigung der Geschäftsführung der Vorsteherin/des Vorstehers und der Jahresrechnung.
c) Festsetzung von Ort und Zeit der Deszendentenversammlungen.
Der Vorstand ist für sorgfältige Amtsführung besorgt.

§ 12.

Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit, der/die Vorsitzende stimmt mit und entscheidet bei Stimmengleichheit.

IV. Der Vorsteher

§ 13.

Zur Vorsteherin/zum Vorsteher ist von der Deszendenten­versammlung auf drei Jahre der älteste in Basel wohnende Nachkomme des Herrn Benedict Stähelin-Sarasin zu wählen, die/der hiezu tauglich ist und sich zur Übernahme des Amtes bereit erklärt.
Sollte sich von diesen Nachkommen keine/keiner, die/der dazu tauglich ist, dazu bereit erklären, ist die Vorsteherin/der Vorsteher aus dem Kreis der übrigen Deszendenten zu wählen. Eine Wiederwahl ist möglich.

§ 14.

Die Vorsteherin/der Vrosteher oder ein anderes Vorstandsmitglied besorgt die Verwaltung und Verwahrung des Stiftungsvermögens, stellt die Jahresrechnung auf und erstattet den Bericht an die Deszendentenversammlung.
Er ist für die sorgfältige Amtsführung besorgt. Die Kapitalien sollen sicher in soliden Titeln angelegt werden.

§ 15.

Es steht der Vorsteherin/dem Vorsteher frei, die beschlossenen Unterstützungen an die Unterstützten direkt oder an den betreffenden Antragsteller auszuweisen.
Zur Zeichnung namens der Stiftung sind die Vorstandsmitglieder kollektiv zu zweien berechtigt. Der Vorstand konstituiert sich selbst. Er setzt das Honorar der Vorsteherin/des Vorstehers und der Familienhistorikerin/des Familienhistorikers und der Revisionsstelle fest.

V. Revisionsstelle

§ 16.

Die Versammlung wählt eine Revisorin/einen Revisor sowie eine Ersatzrevisorin/einen Ersatzrevisor für die Dauer von drei Jahren, vorzugsweise aus dem Kreis der zur Teilnahme an der Versammlung berechtigten Deszendenten. Eine Wiederwahl ist möglich.
Die Revisorin/der Revisor ggf. die Ersatzrevisorin/der Ersatzrevisor prüft die Jahresrechnung auf ihre Ordnungsmässigkeit und stellt zudem fest, ob die Mittel nach Massgabe von §§ 17 ff. der Statuten verwendet worden sind.
Die Revisorin/der Revisor ggf. die Ersatzrevisorin/der Ersatzrevisor erstattet der Versammlung Bericht über das Ergebnis seiner vorgenannten Prüfungen.

VI. Verwendung des Stiftungsvermögens

§ 17.

Die Verwendung des Stiftungsvermögens geschieht unter Vorbehalt des
§18 durch Verteilung des Ertrags. Diese erfolgt:
a) in erster Linie an die Nachkommen des Herrn Balthasar Stähelin-Ryhiner, sofern sie der Unterstützung bedürftig sind;
b) in zweiter Linie an die übrigen Nachkommen des Stammvaters Hans Stehelin, sofern sie der Unterstützung bedürftig sind;
c) in dritter Linie an die Armen der Stadt Basel.
Daneben darf der Stiftungsertrag zur Förderung des Familienzusammenhaltes, insbesondere zur Fortführung der Familiengeschichte verwendet werden. Der Vorstand ist bei der Verteilung nur an die Stiftungsurkunden, die Statuten und allfällige Beschlüsse der Deszendentenversammlung gebunden, doch steht es jedem Nachkommen frei, der Vorsteherin/dem Vorsteher seine auf die Verteilung bezüglichen Anträge einzureichen oder in der Vorstandssitzung durch ein Vorstandsmitglied vortragen zu lassen.
Was nach Deckung allfälliger Kapitalverluste, nach Erledigung der gestellten Anträge und Begehren und nach Abzug der Verwaltungskosten übrigbleibt, soll an hiesige wohltätige Anstalten für Arme verteilt werden.

§ 18.

Sollten Nachkommen sich in Not befinden, zu deren Hebung der Ertrag nicht hinreicht, so kann der Vorstand beschliessen, dass zu ihrer Unterstützung das Vermögen angegriffen werde. Doch soll sich das Vermögen nie um mehr als 1/10 vermindern und es darf in den folgenden Jahren bis zur Wiederherstellung des früheren Bestandes jeweilen nur die Hälfte des Ertrags verwendet werden.


§ 19.

Unter Nachkommen im Sinne der §§ 17 und 18 sind zu verstehen:
a) Die Nachkommen der obgenannten Vorfahren, welche kraft dieser Abstammung den Namen Stähelin, Staehelin oder Stehelin tragen, oder als Ledige getragen haben.
b) Die Kinder dieser Nachkommen.
c) Die Witwen und Witwer dieser Nachkommen, solange sie sich nicht wiederverheiratet haben.
Gegenüber sämtlichen weiteren, oben nicht aufgeführten Nachkommen besteht keinerlei Unterstützungspflicht. Der Vorstand ist hingegen befugt, Unterstützungen auch an solche Nachkommen zu gewähren, wenn er von deren Zweckmässigkeit überzeugt ist.

VII. Schlussbestimmungen

§ 20.

Diese Statuten können jederzeit ganz oder teilweise revidiert werden unter Beobachtung der in den Stiftungsurkunden enthaltenen und der kraft festem Herkommen überlieferten Grundsätze.

§ 21.

Durch diese Statuten werden die Statuten vom 21. März 1888 aufgehoben.

Diese Statuten treten am 14. November 1906 in Kraft.

Sie wurden in den Versammlungen vom 11. Januar 1991, 22. Novem­ber 1996 und 25. April 2012 revidiert.